Islandpferdehof 

Burgwald-Trekking

Tagebuch 2020

06. April 2020

Es muss weitergehen! Nachdem wir den ersten Schock, über die Schließung unseres Reitbetriebs überwunden hatten, mussten wir erst einmal durchschnaufen und alle anfallenden Arbeiten neu organisieren. Es galt mit einem stark reduzierten Notpersonal die knapp 60 Pferde und diverse andere Tiere zu versorgen und zu bewegen. Zunächst kam man sich auf unserer total verwaisten Reitanlage wie eine Einzelkämpferin vor. Die Ungewissheit über die richtige Vorgehensweise und die Zukunft des Betriebs waren groß. Inzwischen haben wir alle anfallenden Arbeiten wieder besser im Griff und blicken deutlich optimistischer in die Zukunft. Zum Glück ist unser Betrieb breit aufgestellt und das hilft uns in dieser Situation ungemein. Dank der guten Arbeit der „Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN)“ und der Reitverbände auf Landes- und Kreisebene, wurden wir sehr gut über die aktuellen Richtlinien informiert und es wurde außerdem Material, zur besseren Koordination der Arbeiten, zur Verfügung gestellt. Mit Hilfe dieser Infos und diversen Listen und Pläne konnten wir alle anfallenden Arbeiten auf unserem Reiterhof neu organisieren. Inzwischen klappt alles prima und auch das Training der Pferde hat wieder begonnen. Vor allem unsere „Wanderreitpferde“ müssen fit bleiben, damit sie beim Neustart der Saison nicht aus den Latschen kippen. Hierzu haben wir einen Bewegungsplan erstellt und die Pferde untereinander aufgeteilt.

Ansonsten ist alles in Ordnung auf unserem Reiterhof. Das Wetter ist schon fast zu gut und alle Zwei- und Vierbeiner sind wohlauf und voller Tatendrang. Die Renovierung- und Reparaturarbeiten am Stall und in unserem Gästehaus sind weitestgehend abgeschlossen und daher könnten wir im Prinzip mit der Saison 2020 jetzt so richtig durchstarten, doch das geht ja leider nicht. Wir nutzen die gewonnene Zeit, um unsere Weiden und das gesamte Equipment (Sättel, Zaumzeug, Wanderreitequipment, etc.) auf Vordermann zu bringen und treiben Projekte voran, für die es bislang an Zeit gefehlt hat.

Inzwischen ist bei uns die Weidesaison gestartet. An diesem Wochenende haben wir bereits einige Pferde rausgestellt. Wie immer machen die Ekzemer den Anfang, damit auch sie sich einmal die Beine vertreten können. Natürlich sind die Pferde noch nicht richtig angeweidet und daher haben wir die Weiden streng rationiert und füttern noch ein bisschen Heu oder Heulage zu. 

Ein bisschen Sorgen macht uns das Wetter. Es ist leider schon wieder viel zu trocken und das ist in der wichtigen Wachstumsphase im April und Mai sehr schlecht. Kommt da schon die nächste Katastrophe auf uns zu?

Schweren Herzens mussten wir leider die Oster-Reitfreizeiten und alle anderen Reitangebote im März und April absagen. Bei dem „Kaiserwetter“ hätten unsere Gäste mit Sicherheit eine sehr schöne Zeit bei uns verbracht. Die Enttäuschung über die Absage war bei allen Beteiligten natürlich riesig. Wir hoffen sehr, dass ab Anfang Mai der Betrieb wieder langsam anlaufen kann und haben für die stornierten Angebote zusätzliche Termine im Juni, Juli, August und September ins Programm aufgenommen. Unseren beliebten Wanderreit-Cup werden müssen allerdings in diesem Jahr wahrscheinlich ausfallen lassen. Wir müssen uns jetzt erstmal auf unseren Reitbetrieb konzentrieren und daher sind solche zusätzlichen Veranstaltungen momentan nicht möglich.

Wir hoffen, dass es euch allen gut geht und dass ihr euch gut durch diese schwierige Zeit kämpft. Unseren Kollegen und Kolleginnen wünschen wir viel Kraft und Durchhaltevermögen. Wenn es möglich sein sollte, dann schließt euch zusammen und helft euch gegenseitig.  

Haltet also alle die Ohren steif und vor allem haltet die Füße still!!!

LG Kerstin 

  • Spaziergänge alleine sind noch okay.
  • Die Pferde nehmen es gelassen - die Oldies beim Mittagsschläfchen. Mittagsschläfchen
  • Alle Pferde müssen jeden Tag bewegt werden.
  • Unsere Einzelkämpferinnen beim Training.
  • Zwischendurch ein bisschen Sattelpflege
  • Pläne, Listen, Infos im Reiterstübchen
  • Pferdetraining bis in die Abendstunden




16. März 2020

Jetzt ist es leider soweit, alle Aktivitäten in Reitvereinen und Pferdebetrieben müssen eingestellt werden! Nur das Personal, dass für die Versorgung der Pferde dringend notwendig ist, darf die Reitanlagen noch betreten und das Ganze auch nur noch nach strengen Hygienevorgaben. So hat es die FN heute auf ihrer Internetseite veröffentlicht. Wir müssen also erst einmal den Reitbetrieb einstellen.

Schon am Wochenende war bei uns Kuscheln verboten! Herausgelockt von dem schönen Wetter war auf unserer Reitanlage der Andrang groß. Der Großteil unserer Einstellern/innen und einige Reitschüler/innen wollten nach den Pferden schauen und bei dem schönen Wetter raus ins Gelände. Mit einer gewissen Distanz und unter Berücksichtigung der geltenden Hygienevorschriften, gab es am Samstag und Sonntag spontan diverse Ausritte.

Ansonsten ist es bei uns eigentlich ganz ruhig und beschaulich. Wie immer werden alle anfallenden Arbeiten erledigt und nebenbei laufen auch schon die Planungen und Vorbereitungen für den Start der Wanderreitsaison Ende März und die total ausgebuchten Osterferien auf Hochtouren. Inwiefern alles planmäßig über die Bühne gehen kann, müssen wir einfach abwarten. Sollte der Betrieb allerdings langfristig zum Erliegen kommen, dann müssen sich die Frauen von unserem Team den Hintern platt reiten, um alle Pferde fit zu halten. Außerdem werden wir dann möglichst viele Pferde auf die Weiden stellen. Zum Glück ist es schon recht mild und daher wächst das Gras ganz ordentlich. Wir können also nur abwarten und hoffen, dass die Corona-Krise möglichst schnell vorbei ist. Schaun mer mal! 

23. Februar 2020

Wir hatten Glück, die Stürme „Sabine“ und „Viktoria“ waren bei uns nicht so schlimm. Trotzdem hat es auch bei uns ganz ordentlich geweht und deshalb mussten wir unser Reitprogramm umstellen. Bei den Kinderreitkursen gab es Theorie und Unterricht und die abendlichen Erwachsenenreitstunden unter freiem Himmel mussten wir überwiegend absagen. Bei den wenigen Ausritten der vergangenen beiden Wochen hatten unsere „Old Heroes“ wieder einmal diverse Spezialeinsätze. Bei Sturm gilt es nämlich äußerst vorsichtig und umsichtig mit den Pferden im Gelände zu agieren und da setzen wir auf unsere erfahrenen älteren Schulpferde. Aktuell sorgen die aufkeimenden „Frühlingsgefühle“ einerseits und die laute Geräuschkulisse andererseits, für eine gefährliche Mixtur und da sollte man keine Experimente machen.
Insgesamt haben wir ziemlich wechselhaftes Wetter. Mal ist es sonnig und frühlingshaft mild und dann ist wieder kalt, mit unwetterartige Regenfälle und Sturm. Heute hatten wir so extremes Sauwetter, dass wir nur die Pferde versorgt haben und uns um „Indoor-Projekte“ gekümmert haben. Dazu gehört zum Beispiel unsere „Pferde-Bibliothek“, die wir neuerdings in unserem Gästehaus haben. 
Weitere Fotos findet ihr neuerdings auch auf unserer Instagramseite „burgwaldtrekking_simtshausen“ oder auf der Seite „kleinemuth“.

9. Februar 2020

Ziemlich „wuschiges“ Wetter hatten wir heute und in der Nacht soll es erst richtig losgehen. Nachdem es bei uns in der Vergangenheit abgedeckte Dächer und weggerissene Weidehütten gab, ist die Sorge groß und daher wird es mit der entspannten Nachtruhe etwas schwierig werden. Zum Glück hatten wir heute keine Ausritte. Bei dem „wuschigen“ Wetter sind unsere Isländer schon einmal ganz schön durch den Wind und da müssen wir uns ganz genau überlegen, welche Pferde wir einsetzen und was wir überhaupt verantworten können. Stattdessen haben wir heute noch etwas Kunstrasen auf unseren Ausläufen verlegt und uns um die alltäglich anfallenden Arbeiten auf dem Hof gekümmert. Mit den bereits verlegten Kunstrasenflächen sind wir übrigens bislang sehr zufrieden. Die Pferde stehen und liegen gerne drauf und die Flächen lassen sich auch sehr gut sauber halten. Ob das eine langfristige Lösung ist, muss sich allerdings noch zeigen. Ach ja, auf Matsch kann man den Kunstrasen übrigens nicht verlegen. Man liest das häufig im Internet!
Zur allgemeinen Entspannung hier noch ein paar Fotos von unseren Ritten der letzten Woche und auch noch ein hübsches Foto von zwei Einstellern. Unser ältester und unser jüngster Einsteller sind nämlich die besten Freunde. Die Rede ist von dem 39 Jahre alten Araber „Omar“ und dem 3 Jahre alten Andalusier „Bronze“. Solche „Pferdefreundschaften“ haben wir eine ganze Menge auf unserem Hof und bei Gelegenheit gibt es auch noch ein paar Zeilen darüber. Schaun mer mal!

27. Januar 2020

Windkraftanlagen und die Pferde- und Nutztierzucht – ob das zusammen passt? Vor kurzem wurden auf der Homepage der benachbarten „Bürgerinitiative Windkraft Niederasphe e. V.“ einige wissenschaftliche Berichte veröffentlicht, die ein ansässiger Arzt zusammengetragen hat. Für uns Pferdehalter/innen und vor allem für die Züchter/innen unter uns, gibt es darin einige beunruhigende Zeilen.
Es wird dort über Verlängerungen der Tragzeiten, Missbildungen, der Bildung von Gelenkfehlstellungen und Verhaltensauffälligkeiten berichtet. Wir haben uns schon mit einigen Tierhaltern unterhalten, die ähnliche Bedenken und Sorgen wie wir haben.
Ist das wahr? Müssen wir in Zukunft mit einem beträchtlichen Anstieg von missgebildeten Jungtieren, Totgeburten und Verhaltensveränderungen rechnen? Was ist mit den Wildtieren, die sich in der unmittelbaren Nähe der Windkraftanlagen aufhalten? Stimmen diese wissenschaftlichen Studien und warum gibt es so wenige deutsche Studien auf diesem Gebiet? Fragen über Fragen! Hat jemand von euch schon Erfahrungen auf diesem Gebiet machen können?
Ansonsten läuft bei uns der ganz normale Wahnsinn: Wir sind viel mit unseren Pferden unterwegs, reparieren und renovieren am, im und um den Stall herum. Natürlich werden auch in unserem Gästehaus einige Verschönerungsarbeiten durchgeführt.
Momentan ist es bei uns ziemlich kalt und ungemütlich. Heute sind wir zum Beispiel mal wieder im Nebel versunken. Unseren Oldies ist dann tatsächlich ihr „Matsch“-Futter und natürlich auch das Trinkwasser zu kalt. Somit läuft unser Wasserkocher buchstäblich heiß, damit unsere Lieben Ihre Mahlzeit „maulwarm“ serviert bekommen. Nächste Woche soll es Sturm, Schnee usw. geben… Schaun‘ mer mal!


20. Januar 2020

Duster, nasskalt und vor allem sehr matschig - so war bislang der Winter 2019/2020. Immerhin hat es schon ganz ordentlich geregnet und das ist schon mal etwas. Ohne Gummistiefel geht aber gar nichts und insgesamt ist es ziemlich ungemütlich. Da das Ganze auch noch ziemlich unfotogen ist, haben wir noch ein paar Fotos von unseren Reitfreizeiten vom vergangenen Jahr und ein paar Zeilen darüber. 


„Back to the roots“ hieß es bei uns in der Saison 2019. Die zuletzt stark rückläufigen Reiterferien liefen wieder wie die Hölle und die waren in unseren Anfangsjahren schon einmal heiß begehrt. Angefacht durch die „Immenhof-Filme“, war die Nachfrage damals so groß gewesen, dass wir sogar einige Gäste in der Nachbarschaft unterbringen mussten. In den letzten Jahren ging die Nachfrage bei den Kids deutlich zurück und daher wurde unser Gästehaus immer mehr für unsere zahlreichen erwachsenen Gäste umgebaut.  Inzwischen nehmen wir nur noch maximal 15 Kinder und zwei Betreuer/innen auf. Somit gibt es bei uns keine „Massenabfertigung“ und das kommt bei den Kunden/innen sehr gut an. Außerdem schätzen die Eltern unsere naturnahe und pferdefreundliche Arbeit mit den Pferden und unsere intensiven Bemühungen, reiterliche Fähigkeiten zu vermitteln. Es gab viel Anerkennung und Lob für unser spezielles Konzept, was bei uns natürlich wie Öl runter gegangen ist. 
Insgesamt hatten wir es mit sehr netten Gruppen zu tun. Es handelt sich vor Allem um hilfsbereite und fleißige Kids, die schon in jungen Jahren ein Auge für den Tier- und Umweltschutz haben und sehr nette und interessierte Eltern. Auch unsere Betreuerinnen haben mal wieder einen sehr guten Job gemacht und uns bei allen Aktivitäten unterstützt. Natürlich waren die Kids auch in diesem Jahr wieder sehr munter. Wie immer wurde nicht nur sehr viel geritten, sondern auch gespielt, gemalt, gebastelt, gesungen, getanzt, gelacht, getobt und natürlich auch eine Menge Blödsinn gemacht. Noch immer sind sie Fans von den alten Immenhof-Filmen und daher hörte man den ganzen Tag ein lautes „Trippel Trappel Pony“ auf unserem Reiterhof. Insgesamt sind unsere kleinen Reitgästen aber wesentlich jünger geworden und daher werden auch die reiterlichen Vorkenntnisse von Jahr zu Jahr immer geringer. Des Weiteren merkt man den Kids an, dass viele in ihrer Freizeit relativ wenig Zeit draußen verbringen und sich auch deutlich weniger bewegen. Daher ist so eine Woche Reiterferien für manche schon fast ein Abenteuer-Camp. Natürlich haben wir uns mit unserem Reitprogramm angepasst. In jeder Woche machen wir einen Spagat, zwischen der Vermittlung von reiterlichem Basiswissen und einer entspannten Ferienatmosphäre. Zum Glück haben wir es durchweg mit hoch motivierten und fleißigen Kids zu tun und daher lernen die Kinder immer extrem schnell. 
Ganz besonders begeistert waren wir von der großen Hilfsbereitschaft der Kids untereinander und wie sie sich bei allen Aktivitäten eingebracht haben. Das war nicht immer so!!! Hier hat das Umfeld (Familien, Kindergärten und Schulen) einen verdammt guten Job gemacht. Super!!!
Und die Saison 2020? Schaun mer mal!


05. Januar 2020

Ein frohes neues Jahr wünschen wir! Bevor bei uns allen der Alltag wieder einkehrt ist, möchten auch wir unsere Neujahrsgrüße loswerden.


Unser gesamtes zwei- und vierbeiniges Team ist gut ins neue Jahr gekommen. Nach diversen Horrornächten in der Vergangenheit, waren wir sehr froh, dass alles relativ problemlos über die Bühne ging. Wie immer waren wir beim Jahreswechsel bei unseren Pferden und haben noch bis tief in der Nacht die Zäune gecheckt und unsere gesamte Reitanlage nach verirrten Raketen abgesucht.  Zum Glück haben sich unsere direkten Nachbaren deutlich zurück gehalten oder auch gänzlich auf das Feuerwerk verzichtet. Ähnlich sah es im ganzen Dorf aus. Erfreulicherweise hat unsere freiwillige Feuerwehr eine gemeinschaftliche Silvesterfeier inklusive einem kleinen moderaten Feuerwerk organisiert und da haben sich viele angeschlossen. Es gab bei allerdings auch einigen „Schwachmaten“, die fast eine Stunde lang ununterbrochen mit dem Feuerwerk herumgeballert haben. Offensichtlich ist die gesamte Klimaproblematik und die „Fridays for future – Bewegung“ gänzlich an ihnen vorbei gegangen. Wenn es darum geht Party zu machen, ist es mit dem verantwortungsvollen und nachhaltigen Handeln offensichtlich Fehlanzeige. Hier werden die Prioritäten leider wo anders gesetzt.

Wir würden es auf jeden Fall befürworten, wenn es in unserem Dorf in Zukunft nur noch ein gemeinsames kleines Feuerwerk gibt und hoffen, dass der Ortsbeirat und die vielen netten Familien da mitziehen. Wir hoffen außerdem, dass möglichst viele andere Dörfer und Städte das Ganze ähnlich regeln. Man könnte die unerfreulichen Ausschreitungen und sonstige schlimme Vorfälle auf ein Minimum reduzieren und für die vielen eingesparten Millionen finden sich mit Sicherheit ebenfalls wesentlich sinnvoller Einsatzmöglichkeiten.

Leider gab es in der Silvesternacht einen Brand in einem Zoo, der viele Tierfreunde/innen beschäftigt hat. Nachdem unsere Reitanlage auch schon einmal komplett abgefackelt ist, gehen uns solche Vorkommnisse immer ganz besonders an die Nieren. Daher haben wir sofort unser Brandsicherheitskonzept überdacht und bereits ein neues System geordert. In Zukunft sind unsere Smartphones mit den Brandmeldern im Stall verbunden, womit wir bei Problemen hoffentlich noch schneller handeln können. Im Prinzip haben wir allerdings eine sehr offene Stallanlage mit diversen Offenställen und Außenboxen und daher hoffen wir, dass es bei einem Brand, nur einen Sachschaden gäbe und keine Pferde verbrennen würden.

Hier sind noch ein paar Fotos von den diversen Ritten zwischen den Jahren. 


  • Heilig Abend - Ausritt
  • Bescherung bei den Schulpferden
  • Frostige Abendstimmung
  • Ausritt zwischen den Jahren
  • Geli und Kerstin am Stall beim Jahreswechsel


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